Diskussion: Neuer Preisschub bei Lebensmitteln erwartet

lordbuck
Gerade wurden mit Aldi als Vorreiter die Milchpreise gesenkt, da wird die Verbraucherfreude auch schon wieder gedämpft. Nach Einschätzung des Discounters Lidl werden die Lebensmittelpreise in Deutschland weiter steigen. Der Aufsichtsratschef von Lidl und Kaufland, Klaus Gehrig, sagte in einem Interview der "Bild"-Zeitung: "Es wird einen Preisschub bei Lebensmitteln in den nächsten Monaten geben. Das kommt auf uns zu. Die Markenartikler, die sich bislang noch zurückgehalten haben, werden jetzt nachziehen." Grund seien die weltweit dramatisch gestiegenen Nahrungsmittelpreise.

Zeit dauerhafter Preissenkungen ist vorbei
Durch die "weltweite Bevölkerungsexplosion" steige nicht nur die Nachfrage nach Nahrung, gleichzeitig gingen auch wertvolle Ackerflächen verloren. Der Aufwärtsdruck auf die Lebensmittelpreise werde weiter kräftig wachsen. Es werde Schwankungen geben, wie derzeit etwa bei der Milch. Die Zeit von dauerhaften Preissenkungen sei jedoch vorbei. Es werde bei den Discountern aber weiterhin Aktionsangebote geben, sagte Gehrig. Lidl-Deutschland-Chef Frank Michael Mros betonte, die Qualität der Ware werde unter dem zunehmenden Kostendruck nicht leiden: "Es gab noch nie so gute Lebensmittel wie heute. Und die Waren werden immer besser, weil die Kontrollen immer strenger werden." Sein Unternehmen kontrolliere ständig sämtliche Waren nach Rückständen.

Entwicklungsministerium will drastischen Preisanstieg bremsen
Das Entwicklungsministerium hat einen "Neun-Punkte-Plan" mit Vorschlägen vorgelegt, wie der drastische Anstieg der Nahrungsmittelpreise gebremst werden kann. Als "wichtigstes Ziel" werden Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer genannt, um dort die Produktivität der Lebensmittelherstellung möglichst umgehend signifikant zu steigern. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) forderte, die Agrar-Treibstoffe auf den Prüfstand zu stellen. Das Recht auf Nahrung wiege schwerer als das Recht auf Mobilität, sagte sie.

Vorübergehend keine Biosprit-Produktion?
Der Einsatz von Getreide und Ölfrüchten für die Treibstoff-Produktion soll nach den Vorschlägen des Ministeriums bis zur Beruhigung der Märke vorübergehend ausgesetzt werden. Zudem müsse am Ziel des endgültigen Abbaus von Exportsubventionen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) festgehalten werden. Das Ministerium verwies auf Angaben der Welternährungsorganisation, wonach der Preisindex für Nahrungsmittel von März 2007 bis März 2008 um 57 Prozent anstieg. Bei Reis habe die Steigerung allein in den vergangenen beiden Monaten 75 Prozent und bei Weizen im vergangenen Jahr 120 Prozent betragen. Der Anstieg treffe vor allem die Ärmsten der Armen.

Supermärkte senken Preise für Milchprodukte
Unterdessen gibt es hierzulande einen Preisrutsch bei Milch: Gleich mehrere Handelskonzerne haben trotz der Bauernproteste die Preise stark gesenkt. Die führenden Discounter Aldi und Lidl sowie der Supermarkt-Riese Rewe machten am Montag mit Zeitungsanzeigen auf die Preissenkungen bei Milch und mehreren Milchprodukten wie Kondensmilch, Schlagsahne und Quark aufmerksam. Die Preissenkungen bei Milch fielen mit 12 Cent je Liter noch stärker aus, als im Vorfeld in Branchenkreisen erwartet wurde. Bei frischer fettarmer Milch entsprechen die 12 Cent einem Rückgang um 18 Prozent. Der führende deutsche Lebensmittelhändler Edeka kündigte für die kommenden Tagen Milchpreis-Senkungen an.

Milch deutlich billiger - Bauern drohen mit Milch-Boykott
Molkereien rechnen mit großflächigem Preisrutsch
Die deutschen Molkereien rechnen nun mit Preissenkungen in der ganzen Branche. "Ich gehe davon aus, dass das auf breiter Ebene kommen wird", sagte der Geschäftsführer des Milchindustrieverbands, Michael Brandl, am Montag. "Es ist ein erheblicher Preisverfall da", verdeutlichte er. Das Angebot sei größer als die Nachfrage, und es gebe Export-Schwierigkeiten durch weniger Preisstützung sowie den starken Euro. Die hohen Milchpreise in den vergangenen Monaten hätten die Milchbauern dazu animiert, mehr Milch zu produzieren.

Bericht und Quelle:
http://wirtschaft.t-online.de/c/14/84/72/26/14847226.html

Mitdiskutieren ist angesagt. Also hier könnt ihr euren Frust über die aktuellen Lebensmittelpreise und was noch kommt POSTEN.

Für mich ein völliges Unverständnis den Anbietern gegenüber. Reell betrachtet hat fast jeder private Haushalt eh weniger in der Kasse als zuvor und das bei steigenden essenziellen Produkten wie Lebensmitteln. Wo führt das hin? Das schaut nach einem politischen Manöver aus, das die Armen von den Reichen noch deutlicher trennen soll und die Mittelschicht wegrationalisiert. An dieser Stelle bedanke ich mich in aller Freundlichkeit an alle Beteiligten und verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung.