Als die Spiele laufen lernten: Rollenspiele

lordbuck
Rollenspiele sind seit 1974 auf den Computern dieser Welt zu Hause. Im Gegensatz zu allen anderen Spielegenres wurden sie nie von ernsthaften Krisen erschüttert. Kontinuierlich gewann das Genre neue Anhänger. Und seit die Online-Rollenspiele in aller Munde sind, geht es sogar steil nach oben.

Wer nach den Wurzeln der Computer-Rollenspiele sucht, findet einige Vorläufer zu „dnd“ von 1974. Doch die Daten dieser Pioniere sind seinerzeit von humorlosen Administratoren von den Universitätscomputern gelöscht worden – dnd oder auch „The Game of Dungeons“ ist der einzige erhaltene Code dieser Ära und gilt deshalb als das erste Rollenspiel. Keine schlechte Wahl, denn es ist bereits viel von dem enthalten, was aus heutiger Sicht ein Rollenspiel ausmacht. Bei der Erforschung eines komplexen Höhlensystems konnte der Spieler einen selbst erschaffenen Charakter mit zahlreichen Gegenständen ausstatten und Monster mit einem einfachen Magiesystem bekämpfen. Dazu gab es sogar ab und zu simple Grafikdarstellungen aus ASCII-Zeichen, was zu dieser Zeit einer kleinen Sensation gleichkam.

Der Name dnd leitet sich von der sogenannten Pen-&-Paper-Rollenspiel-Serie „Dungeons & Dragons“ ab, die ebenfalls 1974 auf den Markt kam. Bei den Pen-&-Paper-Spielen war der Computer außen vor. Dort erzählte ein Spielmeister eine Geschichte mit Monstern, Schätzen und Verliesen, in denen eine Gruppe von Spielern agierte. Kämpfe und Zufallsereignisse wurden ausgewürfelt und berechnet. Doch das Prinzip hatte einen Nachteil. Schnell wurden die Geschichten komplexer, die Regeln bis in unverständliche Regionen erweitert. Da bot sich der Computer geradezu an, die Regeln zu verwalten und die Spiel-Ereignisse zu berechnen. Doch in den 70er-Jahren drehte sich das Rad der Computergeschichte noch deutlich langsamer.

Erst sechs Jahre nach dnd kam „Rogue“. Zum ersten Mal wurde das gesamte Geschehen mit ASCII-Zeichen dargestellt. Den spielerischen Reiz zog Rogue vor allem aus der Vielzahl der Ausrüstungsgegenstände, die in den Höhlensystemen versteckt waren. Doch 1980 war nicht das Jahr von Rogue, obwohl zahlreiche Klone erscheinen sollten. Den Ruhm des Jahres erntete ein anderes Spiel: „Ultima“. 1980 begründete Richard Garriott sein Ultima-Imperium: Statt ASCII-Zeichen wuselte ein spärlich animierter Held durch eine statische Landschaft. Das Rollenspielprinzip mit Stufenaufstieg verfeinerte Richard Garriott, entfernte sich dabei von den klar definierten Dungeons-&-Dragons-Regeln. In den folgenden Dekaden sorgten die Ultima-Nachfolger immer wieder für Furore. Zeitgleich zu Ultima erschien der erste Teil der „Wizardry“-Serie. Hersteller Sir Tech bekam den Ruf, äußerst schwierige Rollenspiele herzustellen. Diese Reputation hielt bis zum siebten Teil der Serie. Rätsel, Kämpfe, Höhlensysteme – einfach alles war schwer zu durchschauen. Trotz aller Ähnlichkeiten unterschieden sich die beiden Serien in einem wichtigen Punkt: Während in Ultima ein einsamer Held für Gold und Gerechtigkeit kämpfte, konnte der Spieler in Wizardry bis zu sechs sogenannte Partymitglieder steuern.

Wizardry und Ultima erschienen kontinuierlich in verbesserten Neuauflagen und bissen die Konkurrenz jahrelang weg. Nur ein Spiel konnte Paroli bieten und wurde prompt zur Legende. „The Bard’s Tale“ erschien 1986, lieferte animierte Charaktere auf Basis der Wizardry-Spieloberfläche und verknüpfte sie mit dem Regelwerk von Dungeons & Dragons. Überwältigt von der Detailfülle der isometrischen Darstellung sprachen viele Spieler gern von 3D – auch wenn 3D noch lange nicht in Sicht war. Ebenfalls 1986 startete New World Computing die „Might & Magic“-Serie. Zunächst noch unbeachtet, wurde Might & Magic zur festen Größe bei den Rollenspielen, die auch heute noch läuft. Bis zu diesem Zeitpunkt bewegten sich Rollenspieler grafisch auf sehr niedrigem Niveau. Auch wenn Ultima und Wizardry bereits bei Teil 4 angekommen waren und viele Details verbesserten, war immer noch die Fantasie des Spielers gefragt. Doch 1987 kam die Wende.

Bericht und Quelle:
http://www.computerbild.de/artikel/cbs-R...le_2429691.html

Was war euer erstes Rollenspiel???
Meins war "Blood" gefolgt von dem klassiker "Indiana Jones and the fate of Atlantis", danach "DARK" (wurde leider indiziert).
Chiller
ich glaube das war "Might & Magic" und "Monkey Island" wenn man das zu diesem genre zählen kann
pwpwpw
War Blood nicht ein Shooter und Indy 4 ein Adventure?
Mein erstes Rollenspiel, daß ich ernsthaft gespielt und durchgespielt habe war Knights of the old Republic 2.
Das erste Rollenspiel, daß ich ein bischen gespielt habe war Wizardry VI: Bane of the Cosmic Forge auf dem Amiga.
lordbuck
Zitat:
Original von pwpwpw
War Blood nicht ein Shooter und Indy 4 ein Adventure?
Mein erstes Rollenspiel, daß ich ernsthaft gespielt und durchgespielt habe war Knights of the old Republic 2.
Das erste Rollenspiel, daß ich ein bischen gespielt habe war Wizardry VI: Bane of the Cosmic Forge auf dem Amiga.


Ich muss dich und mich ein wenig korrigieren. Blood (commander) war ein Rollenspiel von Mindscape aus dem Jahre 94 und hieß offiziell: "Commander Blood". http://www.mobygames.com/game/commander-blood
Basierend auf MS-DOS 5.0 oder höher.
pwpwpw
Zitat:
Original von lordbuck
Zitat:
Original von pwpwpw
War Blood nicht ein Shooter und Indy 4 ein Adventure?
Mein erstes Rollenspiel, daß ich ernsthaft gespielt und durchgespielt habe war Knights of the old Republic 2.
Das erste Rollenspiel, daß ich ein bischen gespielt habe war Wizardry VI: Bane of the Cosmic Forge auf dem Amiga.


Ich muss dich und mich ein wenig korrigieren. Blood (commander) war ein Rollenspiel von Mindscape aus dem Jahre 94 und hieß offiziell: "Commander Blood". http://www.mobygames.com/game/commander-blood
Basierend auf MS-DOS 5.0 oder höher.


Ok, weil es gibt auch einen indizierten Shooter namens Blood.
lordbuck
Den gibt es auch, ich bin sogar im Besitz einer solchen Version Augenzwinkern .

Und zu Indy IV und III (... and the Last Crusade), in der Tat das sind Adventures, durch die Klick and Point Variante und tatsächlichem Rollenwechsel sind die Spiele auch Rollenspiele im weitesten Sinn.