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http://de.reuters.com/article/topNews/idDEHUM23570120080202
San Francisco (Reuters) - Die Milliarden-Übernahme des Internetkonzerns Yahoo durch Microsoft dürfte nach Ansicht von Experten genehmigt werden, weil Branchenprimus Google einfach zu mächtig ist.
Es gebe letztendlich keinen stichhaltigen Grund für die Wettbewerbshüter, Microsoft Steine in den Weg zu legen, sagte Kartellrechtsexperte Evan Stewart von Zuckermann Spaeder LLP am Freitag. Google sei unter den Internetsuchmaschinen mit einem weltweiten Marktanteil von 77 Prozent extrem marktbeherrschend. Zudem seien die Eintrittsbarrieren in diesem Bereich für neue Konkurrenten vergleichsweise niedrig.
Auch William Mahnic, Professor für Firmenfusionen an der Case Western University, teilte diese Einschätzung. Entscheidend sei doch, dass die Marktanteile von Yahoo und Microsoft zusammen immer noch deutlich unter dem Marktanteil von Google liegen würden. Yahoo kommt nach einer Studie von comScore auf 16 Prozent, Microsoft auf knapp vier Prozent. Einigen Experten schlossen aber auch nicht aus, dass Microsoft in Europa wegen seiner bisherigen wettbewerbsrechtlichen Differenzen mit der EU-Kommission eher Probleme bekommen könnte. Die EU-Kommission hat Microsoft in mehreren Fällen vorgeworfen, seine Marktmacht bei verschiedenen Software-Produkten zu missbrauchen.
Microsoft hatte seine Pläne für einer Übernahme von Yahoo für knapp 45 Milliarden Dollar am Freitag bekanntgegeben. Yahoo erklärte in einer ersten Stellungnahme, die Offerte prüfen zu wollen.
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Microsofts Aufsichtsrat-Chef Bill Gates meldet sich im Kampf um Yahoo zu Wort: Er wird das 44,6-Milliarden-Angebot nicht erhöhen. Will Yahoo das Geld nicht, so steckt es Microsoft eben in die eigene Suchmaschine.
44,6 Milliarden US-Dollar bietet Microsoft für Yahoo, und dabei soll es auch bleiben. Wird aus der Übernahme nichts, so will Redmond stattdessen in die eigene Internet-Suche investieren. »Wir werden das mit oder ohne Yahoo anpacken«, so Microsoft-Gründer Bill Gates, der darauf pocht, dass das Angebot äußerst fair sei und Yahoo es nochmals genau prüfen solle. Schließlich gäbe es mit Google lediglich einen ernst zu nehmenden Konkurrenten. Für Microsoft bedeutet dies: Es gibt noch genug Marktanteile auf dem Markt für Suchmaschinen zu ergattern, ob mit oder ohne Yahoo.
Vom Zurückziehen des Angebots ist jedoch noch längst nicht die Rede, im Gegenteil: Microsoft probiert nun eine neue Masche aus, um Yahoo zur Fusion zu bewegen. Wie die New York Times meldet, will Microsoft zur anstehenden Wahl des Yahoo-Verwaltungsrats eigene Vertreter entsenden. Die könnten das Pendel für Microsoft ausschlagen lassen. Vor allem wäre der Weg über den Verwaltungsrat für Microsoft deutlich günstiger als eine — wenn auch von Gates abgelehnte — Erhöhung des Preises für Yahoo. Die Analysten-Meinungen sind geteilt: Dass sich Microsoft an den Rat von Bill Gates hält, ist ebenso wahrscheinlich wie eine Erhöhung des Angebots von ursprünglich 31 US-Dollar pro Yahoo-Aktie auf 35 Dollar.
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Bericht@tomshardware.de